Heute möchte ich mich auf ein Gedankenspiel einlassen, das mich schon sehr lange begleitet:
„Was wäre, wenn …“
Heute denke ich über eine Frage nach, die mich schon sehr lange begleitet:
Was wäre, wenn …
Es ist nur ein kleiner Satz. Und doch kann er Türen öffnen. Vor gut fünf Jahren, am 9. Oktober 2021, ging ich bei uns im Moor spazieren. Über der Landschaft spannte sich ein gewaltiger Regenbogen – so nah, so klar und so vollständig, wie ich ihn zuvor kaum gesehen hatte. Für einen Augenblick erinnerte ich mich an die Märchen meiner Kindheit. An jene Geschichten, in denen am Ende des Regenbogens ein Schatz verborgen liegt, vielleicht sogar alles Gold der Welt. Doch dieser Regenbogen wirkte anders.
Er war wie ein riesiges TOR.
So nah, dass ich beinahe das Gefühl hatte, man könne einfach hindurchgehen.
Ich machte ein Foto.
„Hinter dem Regenbogen …“
Es sollte leider das letzte Bild werden, das ich meiner Mutter noch auf ihrem Totenbett später zeigen konnte. Wenige Wochen danach starb sie unerwartet. Und heute, fünf Jahre weiter im Leben, frage ich mich: Was wäre, wenn sie damals nicht gestorben wäre? Wie wäre mein Weg verlaufen? Welche Entscheidungen hätte ich getroffen? Welche Wege hätte ich vielleicht niemals gewagt? Welche Türen wären mir für immer verschlossen geblieben?
Der Tod erscheint uns oft unerträglich. Unverständlich. Verletzend. Ungerecht. Manchmal sogar völlig überflüssig. Und doch muss ich, wenn ich auf meinen eigenen Weg zurückblicke, etwas eingestehen: Mit ihrem Tod wurden mir auch neue Türen geöffnet.
Nicht Türen, durch die ich freiwillig gegangen wäre. Aber Türen, hinter denen Wege lagen, die ich sonst vielleicht niemals betreten hätte.
Das nimmt dem Verlust nicht seinen Schmerz. Es macht den Tod nicht leichter. Aber es verändert manchmal den Blick auf das, was danach geschieht.
Ich selbst bin der festen Überzeugung, dass jedes Leben seine eigene LEBENSAUFGABE trägt: den SEELENWEG – Mensch wie Tier – und dass ein Leben genau dann endet, wenn diese AUFGABE erfüllt ist. Wenn man das ZIEL seines HERZENWEGES erreicht hat.
Das ist mein Glaube.
Kein Beweis. Keine Behauptung, die ich anderen überstülpen möchte. Aber ein Gedanke, der mich trägt.
Im Leben begegnen uns Menschen. Manche werden uns vertraut. Manche begleiten uns viele Jahre. Andere nur für eine kurze Zeit. Und dennoch kann eine kurze Begegnung ein ganzes Leben verändern. Je älter wir werden, desto mehr Menschen haben wir kennenlernen dürfen. Und damit wächst auch die Zahl jener, die irgendwann aus unserem sichtbaren Leben verschwinden.
Vielleicht gehört auch das zur ZEIT. Sie bringt Menschen zu uns. Sie lässt Wege sich kreuzen. Und irgendwann führt sie manche von ihnen weiter. Wir sagen dann manchmal, jemand sei „über die Regenbogenbrücke gegangen“ oder „hinter den Regenbogen“. Vielleicht, weil dieses gedankliche Bild etwas Tröstliches trägt. Ein Übergang. Nicht einfach ein Ende.
„Hinter dem Horizont …“
Heute erinnert mich der Regenbogen auch an den Film „Hinter dem Horizont“ mit Robin Williams. Dieser Film spielte vor vielen Jahren eine besondere Rolle in meinem Leben – in einer Zeit, in der ich den vielleicht wichtigsten Menschen meines Lebens kennenlernen sollte. Eine Begegnung, die nur etwa 150 Stunden dauerte, wenn man sie in Stunden rechnet und aber später nach Jahren auf tragische Weise endete.
150 Stunden. Was ist das schon in einem ganzen Leben? Und doch: Welch ein GESCHENK, dass es diese 150 Stunden überhaupt gegeben hat.
Vielleicht liegt genau darin eine Antwort auf die Frage „Was wäre, wenn …“ Nicht darin, das Vergangene umzuschreiben. Nicht darin, sich in Möglichkeiten zu verlieren. Sondern darin zu erkennen, welchen WERT eine Begegnung hatte. Welchen Wert ein Augenblick hatte. Welchen Wert ein Mensch hatte… … und immer noch hat.
Gesellschaftliche Evolution
Unsere Welt ist in den vergangenen Jahren immer lauter geworden.
Vielleicht sollten wir deshalb wieder stärker auf die leisen Töne achten. Auf das Ungesagte. Auf den Blick eines Menschen. Auf eine kleine Geste. Auf ein Gespräch. Auf einen Spaziergang. Auf ein Foto. Auf einen Regenbogen.
Denn manchmal erkennen wir den Wert eines Augenblicks erst dann, wenn er längst vergangen ist.
Vielleicht erinnert uns die Frage „Was wäre, wenn …“ deshalb nicht nur an verpasste Möglichkeiten. Vielleicht erinnert sie uns vor allem an das, was JETZT da ist.
Denn ohne all die Wege, die waren, gäbe es diesen Augenblick nicht. Ohne das Gestern kein Heute. Ohne Abschied keine neue Tür. Ohne die Frage „Was wäre, wenn …“ vielleicht auch kein bewusstes:
Was ist JETZT?
Und vielleicht ist genau das eine Einladung: Nicht nur darüber nachzudenken, wie das Leben hätte sein können. Sondern hinzuschauen, wie es jetzt ist. Welche Möglichkeiten wir hatten, haben und was wir aus diesem Augenblick machen möchten.
Der Schlüssel zum HERZTOR
Ein Schlüssel, der Türen öffnet – nicht immer nach außen, sondern vor allem nach innen. Zu dem Ort, den ich das HERZTOR nenne.
Was wäre, wenn die Welt mehr ist, als unser Verstand sehen kann? Was wäre, wenn hinter dem Sichtbaren noch etwas anderes wartet? Was wäre, wenn wir nicht nur mit dem Kopf denken, sondern mit dem HERZEN wahrnehmen dürfen?
In meinen früheren Texten auf Herztor.de habe ich diese Frage immer wieder gestellt. Nicht, um feste Antworten zu geben. Sondern um Raum zu schaffen. Raum für die SEELE. Raum für das LICHT. Raum für die SEELENSONNE, die in jedem Menschen mit dem URSPRUNG seiner SELBST verbunden ist.
Was wäre, wenn die SEELE unsterblich ist?
Was wäre, wenn der TOD kein Ende, sondern ein Übergang ist? Was wäre, wenn bedingungslose LIEBE die größte KRAFT des Universums ist?
Solche Fragen führen uns nicht weg von der Wirklichkeit. Sie führen uns tiefer hinein. Sie helfen uns, den Verstand für einen Moment zur Ruhe zu bringen. Sie laden uns ein, nicht nur zu analysieren, sondern zu spüren. Sie öffnen das TOR vom Alltäglichen ins Heilige – vom Kopf ins HERZ.
Deshalb ist „Was wäre, wenn …?“ für mich der Anfang vieler Wege:
Der Anfang eines Gedankens. Der Anfang einer Meditation. Der Anfang einer BOTSCHAFT. Der Anfang eines ORAKELS. Und manchmal auch der Anfang eines neuen Lebensabschnittes.
Denn oft braucht es nur eine kleine Frage, um ein großes TOR zu öffnen. Was wäre, wenn Du heute erlaubst, anders zu denken als gestern? Was wäre, wenn Du Deinem HERZEN einen Moment lang mehr vertraust als Deiner Angst? Dann ist vielleicht schon genug geschehen. Dann hat sich vielleicht schon Dein HERZTOR ein wenig geöffnet.
Wer mehr über die SEELENSONNE, über LICHT und LIEBE, über SEELE, ÜBERGANG und die Gedankenwelt von HERZTOR® lesen möchte, findet hier meine früheren Texte: [Zurück zu den Wurzeln auf Herztor.de →]